Warum „ursprüngliche Hunde“?

Jeder Hund ist besonders – jede Rasse und jedes Individuum. Die Aussage „ursprüngliche Hunde“ sind anders, sind besonders, passt auch in diesem Fall. Warum also ursprüngliche Hunde? Weil sie besonders sind, aber vor allem, weil sie für mich passend sind und ich mich ihnen mit viel Interesse und Herzblut widmen kann.
Mein Herz hängt an primitiven und nordischen Hunden, ganz besonders an Pariahunden und nordischen Jagdhunden. Um diese Hunde wird sich der Großteil dieses Blogs drehen, nicht nur, weil ich mein Leben mit ihnen teile, sondern, weil sie für mich zu den faszinierendsten und missverstandensten Hundetypen gehören.

Was macht ursprüngliche Hunde besonders?

Ursprüngliche Hunde haben ein anderes Kommunikationsverhalten und von den meisten Rassen abweichende Wesenseigenschaften, die ihrem ursprünglichen Zweck, der selbstständigen, von Menschen weitestgehend unabhängigen Arbeit, entsprechen.

Viele urtypische Hunde wurden zur Jagd, zur Schlittenhundearbeit und zum unangeleiteten Bewachen eines Areals eingesetzt – dieser Einsatzzweck macht sie auch nach jahrelanger Selektion als Alltagsbegleithunde deutlich bemerkbar.

Urtypische und nordische Rassen zeigen ein ausgeprägtes, eigenständiges Jagdverhalten, orientieren sich wenig am Menschen und hinterfragen die Entscheidungen ihres Halters über ihre gesamte Lebensspanne.

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Pariahunde und primitive Hunde

Als primitive Hunde werden Hundetypen bezeichnet, deren äußerliches Erscheinungsbild und Wesen bereits vor langer Zeit durch die Anpassung an das Lebensumfeld der jeweiligen Hunde entstanden ist. Viele primitive Hunde wurden ursprünglich als Jagdhunde zur eigenständigen, nicht von Menschen begleiteten Jagd genutzt und lebten in der freiwilligen Gesellschaft zu Menschen. Einige primitive Typen leben noch heute als frei lebende Hunde in ihrem Ursprungsland und haben ihr äußerliches Erscheinungsbild weitestgehend ohne menschliches Zuchtbestreben bewahrt.
Bekannte Beispiele für als Begleithund lebende und im Ursprungsland semi-verwilderte Hunde sind Jindos, Basenjis und Kanaanhunde – andere Rassen, zum Beispiel Shiba Inu und Akita Inu, werden heutzutage nur noch selten als solitär lebende Hunde angetroffen, haben sich jedoch ihre ursprünglichen Eigenschaften bewahrt.

Der Großteil der primitiven Hunde weist bestimmte Wesenszüge auf, die bei anderen Hunderassen aufgrund ihres divergenten Verwendungszwecks als wenig wünschenswert angesehen werden. Sie sind selbstbestimmte, meist wenig kontrollierbare Jäger, zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten, verhalten sich reserviert, scheu oder ablehnend fremden Menschen gegenüber und zeigen erhöhte Aggressionen gegengeschlechtlichen Artgenossen gegenüber.

Wenige ursprüngliche Typen sind darüber hinaus in der Lage, zu klettern und haben ein anderes Lautäußerungsrepertoire, das ihnen anstelle von Belllauten verschiedene Heullaute ermöglicht.

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Nordische Hunde

Nordische Hunde unterteilen sich in nordische Jagdhunde, Schlittenhunde und Hütehunde, die wegen des unterschiedlichen Einsatzzwecks verschiedene Eigenschaften aufweisen. Gemeinsam ist allen nordischen Rassen ihre häufig als unbändig empfundene Eigenwilligkeit und ein hohes Maß ein Eigenständigkeit in ihrem Einsatzgebiet.
Die nordischen Rassen wurden für die Jagd auf große Distanzen in wenig besiedelten Gebieten, für das Ziehen von Lasten über große Entfernungen und das Treiben von Vieh gezüchtet – bei allen Arbeiten war es unabdinglich, Hunde zu halten, die selbstständig Entscheidungen entgegen der Vorgaben des Hundeführers treffen konnten, beispielsweise, wenn sich auf der Jagd oder auf einer Schlittenfahrt eine Gefahr zeigte, die die Hunde vor ihrem Halter wahrnahmen. Diese Eigenschaft zeigt sich noch heute fest verankert im Wesen der Hunde und lässt sie die Entscheidungen ihrer Halter stets hinterfragen.

Anders als primitive Hunde sind nordische Hunde häufig sehr verträglich, weil es insbesondere für Schlittenhunde unabdinglich war, freundlich auf wechselnde Menschen und Hunde zu reagieren.
Viele nordische und primitive Hunde zeigen ein vom Menschen unabhängigeres Problemlösungsverhalten und orientieren sich bereits in jungem Alter weniger an ihrer Bezugsperson als an Artgenossen oder an den eigenen Interessen.

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Ein Gedanke zu “Warum „ursprüngliche Hunde“?

  1. „orientieren sich wenig am Menschen und hinterfragen die Entscheidungen ihres Halters über ihre gesamte Lebensspanne.“ da kann ich einen Lied von singen, meinen Ex Freund hätte damals einen Schäferhund/ Husky Mischling, der war Lieb aber auch sehr dickköpfig und Stur und hat mich nicht nur einmal an die Grenzen meines können als Hundehalter gebracht, zur Zeit habe ich zwei Kurzhaar Collie Mädels… Ich freue mich aber riesig einen kompetenten Hundeblog gefunden zu haben und ich werde jetzt öfters kommen

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