Einmaleins Kanidenverhalten

Teil eins – Markieren

Hunde haben einen hochentwickelten Geruchssinn, den sie zum Zweck der sozialen Kommunikation nutzen; sie verwenden eine Mischung aus Urin, Fäkalien und Duftdrüsen, um mit Artgenossen und Artverwandten zu kommunizieren.
Markierverhalten tritt auf, um sich mit unbekannten Objekten vertraut zu machen, um sich zu beruhigen und um mit der eigenen Gruppe oder Fremdhunden zu kommunzieren –  dieses Verhalten zählt zur sozialen Kommunikation und ist ebenso Teil des Territorialverhaltens / der Ressourcenverteidigung.
Es werden neue oder bereits bekannte Orte markiert, um gegengeschlechtliche Hunde anzulocken, um die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu demonstrieren und das eigene Territorium zu kennzeichen, eine wichtige Rolle für das Markierverhalten spielt das Sexualverhalten, aber auch das Erkundungsverhalten des Hundes.
Häufig werden Grashalme, kleine Büsche, Stämme, Felsen und Fäkalien / Duftmarken anderer Tiere zum Markieren genutzt.
Das Scharren, das bei männlichen Kaniden deutlich häufiger gezeigt wird als bei weiblichen, nimmt insbesondere in der Paarungszeit eine wichtige Funktion bei der Geruchsverteilung ein – viele kastrierte Hunde oder Hunde mit ausgeprägtem, meist unerfahrenem Sexualverhalten zeigen das Scharren ganzjährig, während ältere und erfahrene Hunde vermehrt während der Ranzzeit gezielt Spuren läufiger oder gleichgeschlechtlicher Hunde aufsuchen, um jene anzulocken oder durch den eigenen Duft fernzuhalten.

jen.jpg

Zum Markierverhalten gehört nicht jedoch nur das klassische Markieren, sondern auch sich in Geruchsobjekten zu rollen, z.B. auf Futter, Aas, in dem Kot anderer Tiere und den Ausscheidungen anderer Hunde – dadurch werden Ressourcen beansprucht, unbekannte Gerüche eingeordnet und der eigene Duft weitergegeben. Einige Dinge riechen für viele Hunde besonders interessant, insbesondere verweste Tiere oder Kot veranlasst sie dazu, sich intensiv in der Geruchsspur zu wälzen. Bei Gruppen von mehreren Hunden lässt sich beobachten, dass sie sich hintereinander in dem Geruch rollen, um Zugehörigkeit auszudrücken – auch das Rollen auf Nahrung übernimmt vor allem in Kanidengruppen eine Funktion und dient häufig dazu, die Nahrung für sich zu beanspruchen und andere durch den Geruch davon abzuschrecken.

Ich erlaube meinen Hunden grundsätzlich, so viel und intensiv zu markieren, wie sie möchten – wer danach stinkt, springt in den Bach oder putzt sich erst mal draußen, bevor er ins Haus kommt. Markierverhalten ist ein natürlicher, funktionaler Instinkt, den ich Hunden nicht nehmen möchte.

dsc_1134
Sources: Scent marking in mammals – Roger P. Johnson, Department of Zoology, Edinburgh University UK
Why dingoes scent mark – Jen Parker & Gary Taylor
Observations of scent-marking and discriminating self from others by a domestic dog (Canis familiaris): tales of displaced yellow snow – Marc Bekoff, Department of Environmental, Population, and Organismic Biology, University of Colorado, Boulder, Colorado 80309-0334, USA9

Ein Gedanke zu “Einmaleins Kanidenverhalten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s