Einmaleins Kanidenverhalten

Teil 2 – knabbern, festhalten und lecken als Zeichen der Zuneigung

Knabbern, Festhalten mit der Schnauze und zärtliches Beißen sind Zeichen hündischer Zärtlichkeit. Hunde, insbesondere im Welpenalter, erkunden mit dem Mund. Ihre Artverwandten, Wölfe, Dingos und andere Kaniden, zeigen dieses Verhalten auch als adulte Tiere Artgenossen und in Obhut lebend auch Menschen gegenüber.

Hunde kauen, lecken und saugen an Gegenständen und Menschen aus unterschiedlichen Gründen – sie finden einen Geruch interessant und möchten ihn erkunden oder beginnen, in spielerischer Absicht zu knabbern.
Eine klassische Form der Spielaufforderung ist es ebenso, zu knabbern oder zart zu beißen.

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-Adulter Wolfhund knabbert am Bein seiner Besitzerin, um seine Zuneigung auszudrücken, ihre Aufmerksamkeit einzufordern und sie bei sich zu behalten

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– Hündin beißt dem zu ihr gehörigen Rüden nach dem gemeinsamen Schnüffeln zärtlich in den Hals, um Zugehörigkeit zu demonstrieren

Untereinander zeigen Kaniden ein partnerschaftliches, pflegendes Verhalten, indem sie sich gegenseitig mit den Vorderzähnen beknabbern, einige Hundeartige möchten auch Menschen mit dem unter Hunden so üblichem Knabbern pflegen und auf diese Weise ihre Gewogenheit ausdrücken.
Insbesondere primitive, sehr junge Hunde und Wildkaniden sowie deren Mischlinge neigen dazu, spielerisches oder pflegendes Kauen zu zeigen – manche nehmen sogar den Kopf, die Hand oder den Arm ihrer Bezugsperson in das Maul, ebenso, wie sie bei Artgenossen die gesamte Schnauze oder den gesamten Nackenbereich umfassen können. Besonders junge Kaniden neigen dazu, durch Hochspringen und gleichzeitiges Schnappen ein Spiel iniziieren zu wollen – ein juveniler Zug, der auch bei manchen adulten Tieren besteht und ebenso im Mensch-Hund-Kontext gezeigt werden kann.

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– Hündin zeigt ein herausforderndes, spielerisches Fletschen und beginnt anschließend, an dem Ärmel und der Hand der Besitzerin zu kauen

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– Wolfhund umfasst die Hand seiner Bezugsperson mit dem Fang, kaut vorsichtig auf ihr herum und hält sie fest, um Zuneigung zu bekunden und Aufmerksamkeit einzufordern

Lecken oder auch „küssen“ wird häufig mit hündischer Zuneigung assoziiert, wobei das Schnauzenlecken häufig eine Beschwichtigungs- und Demutsgeste darstellt, die dazu dient, das Gegenüber und sich selbst zu beruhigen. Lecken an Händen oder anderen Körperstellen dient hingegen häufiger der Pflege und der Zuneigung als der Besänftigung. Durch das Schnauzenlecken demonstrieren Kaniden außerdem Zugehörigkeit und Akzeptanz.

Diese Verhaltensweisen werden aufgrund ihrer Divergenz zu menschlichem Verhalten und ihrer Seltenheit in domestizierten, adulten Hunden häufig als Dreistigkeit und als unerwünschtes Verhalten wahrgenommen und den Hunden infolgedessen untersagt – tatsächlich handelt es sich dabei um ein unter Hunden sehr vertrautes, zärtliches Verhalten, das nur selten eine Grenzüberschreitung, die eine Zurechtweisung zur Folge hat, darstellt.

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– Neuguinea-Dingos lecken einander die Schnauze, um Zugehörigkeit und Demut zu zeigen

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-Huskyrüde leckt Bezugsperson über das Gesicht, um seine Zuneigung auszudrücken, zu beschwichtigen und sich ergeben zu zeigen

Sources: Behaviour of Wolves Dogs and Related Canids – Michael W.Fox
Canine Behavior: A Photo Illustrated Handbook – Barbara Handelman
Natasha Woodall, Texas Wolfdog Project: Rescue, Adoption and Education – photo sources
Joan Dalgeish, owner of New Guinea Singing Dogs – photo sources

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