Der Fuchs – ein Schlüssel zur Domestikation des Hundes?

Bei der Domestikation des Hundes steht der Wolf als Vorfahre im Fokus der Untersuchungen – doch auch andere Hundeartige liefern zum Teil neue Blickwinkel und interessante Schlussfolgerungen in Bezug auf die Zahmwerdung des Wolfes. Wölfe wurden vor etwa 20.000 bis 40.000 Jahren domestiziert, sie stehen seit etlichen Jahren im Mittelpunkt wissenschaftlicher Forschungen rund um den Hund. Der Wolf soll sich dem Menschen angeschlossen haben und schlussendlich zum Hund geworden sein – doch auch andere Wildtiere exponieren ihren Lebensraum mehr und mehr in menschennahe Gebiete und lassen sich dauerhaft in dicht besiedelten Gegenden nieder. Durch die Ausbreitung ihres Lebensmittelpunktes in urbane Gebiete verändert sich auch ihr Verhalten: sie verlieren ihre Scheu und zeigen einige Tendenzen, die sich vom scheuen Wildtierverhalten zur hundeähnlichen Zahmheit wandeln.
In fast allen größeren Städten, insbesondere in London, Dublin, Melbourne, aber auch in Berlin, Stockholm und Paris gehören Füchse mittlerweile zum Stadtbild. Durch die Ausbreitung ihres Lebensraumes in urbane Gebiete haben sich die Füchse an das Zusammenleben mit Menschen angepasst. Sowohl bei erwachsenen Füchsen als auch bei ihren Nachkommen lassen sich Habituationseffekte beobachten – sie zeigen sich offen Menschen gegenüber, sie bewegen sich arglos in bewohnten Gebieten, sie lassen sich häufig beobachten, fotografieren, anfüttern und sogar anfassen. Im Zuge der Gewöhnung an den neuen Lebensraum haben sie einige Verhaltensweisen wilder Tiere abgelegt – die meisten Stadtfüchse ernähren sich nicht mehr durch die Jagd, sondern plündern menschliche Abfälle, sie suchen mitunter gezielt menschliche Nähe, um Nahrungsmittel zu ergattern oder eine sichere Unterkunft zum Überwintern sowie für die Jungtieraufzucht zu finden. Das Verhalten von Stadtfüchsen erinnert in vielen Bereichen an das von Straßenhunden, die in keinem direkten Sozialverband mit dem Menschen leben, sich aber dennoch der Vorzüge des Zusammenlebens mit Menschen bedienen und häufig zwar abseits stark frequentierter Gebiete leben, aber dennoch in direkter Nähe zum Menschen verweilen.
Die Verhaltensweisen von Füchsen sind bei wilden Hundeartigen bisher nahezu einzigartig – Wildkaniden, beispielsweise Kojoten, die sich zwar auf urbane Gebiete ausgebreitet haben, verhalten sich in der Regel deutlich scheuer und meiden hochentwickelte, stark bewohnte Areale, während Wölfe in derartigen Gegenden nur in Ausnahmefällen anzutreffen sind.

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Red fox near a gas station in a Swedish city by Christian Taiga

Die Verbreitung von Rotfüchsen in Städten ist ein immer stärker auftretendes, in einigen Ländern bereits seit Langem bekanntes Phänomen. Rotfüchse leben in den Städten Europas, Nordamerikas, Australiens und Zentralasien. Besonders stark verbreitet sind Stadtfüchse in Großbritannien. In den 1930er Jahren breiteten sich vermehrt Füchse in London und Melbourne aus, in den 1980er Jahren begannen sie auch, sich in Zürich niederzulassen. Heute beherbergt Großbritannien etwa 33.000 Stadtfüchse, so die Mammal Research Unit der University of Bristol. Das sind etwa 14% der gesamten Fuchspopulation des Landes, allerdings ist bislang nicht bekannt, wie viele dieser Füchse allein in London leben.

Auch in anderen Gegegenden, zum Beispiel in Städten der Vereinigten Staaten, gehören urbane Füchse längst zum Landschaftsbild dazu. Die folgende Abbildung zeigt, wie Kojoten und Rotfüchse in Madison, USA unterschiedliche Habitate (X-Achse) im Verhältnis zu ihrer Verfügbarkeit als Lebensraum auswählten. Die Y-Achse stellt den Anteil des jeweiligen Lebensraums unterteilt in den Teil, den der Lebensraum von der Gesamtfläche des Untersuchungsgebietes in Anspruch nimmt, dar. Liegen die Ergebnisse auf der Skala über 1 bedeutet das, dass das jeweilige Tier diesen Lebensraum bevorzugt aufsucht, wohingegen Ergebnisse unterhalb dieses Wertes dafür sprechen, dass der Lebensraum eher gemieden wird.
Die Untersuchungen in Madison zeigen, dass Kojoten ihren bevorzugten Lebensmittelpunkt in natürliche Gebiete legen, wohingegen Füchse sich deutlich varibaler bei der Wahl ihres Lebensraums zeigen, jedoch moderat entwickelte Gebiete und Gebiete mit naturnaher Bepflanzung bevorzugt aufzusuchen scheinen.

Zur Erläuterung der Angaben:
„Developed open“ bezieht sich auf Bereiche mit großen Rasenflächen, z.B. Sportplätze, Stadtparks, brachliegende Weiden, Gartenanlagen
„High Development“ bezieht sich hauptsächlich auf kommerzielle und industrielle Landnutzung, z.B. Einkaufszentren, Teile des Campus und der Innenstadt.
„Moderate Development“ umfasst hauptsächlich Wohngebiete.
„Natural“ umfasst Naturgebiete wie Wälder, Wiesen und Feuchtgebiete im Untersuchungsgebiet.

 

21192329_1981142635456368_4547170817215317783_nScale by UW Urban Canid Project

Um den Radius des Besiedlungsgebietes zu bestimmen, wurden Füchse und Kojoten über wenige Jahre mit Ortungshalsbändern ausgestattet, die ihre Bewegungen dokumentierten. Die untere Grafik zeigt, in welchen Gebieten sich Füchse (rot) und Kojoten (blau) in den letzten Jahren aufgehalten haben. Die Messungen beziehen sich lediglich auf Gebiete, in denen sich die Tiere im Zeitraum der Untersuchungen dauerhaft aufgehalten haben. Diese Untersuchungen geben sowohl Aufschluss auf den Radius als auch auf die Präferenzen des Lebensraumes, indem sie zeigen, wie weit die jeweiligen Tiere sich durchschnittlich in ihrem Niederlassungsort bewegen und welche Landschaftsmerkmale für die jeweilige Art wichtig sind (UW Urban Canid Project, 2017).

Diese Untersuchungen zeigen, dass sich Füchse, im Gegensatz zu Kojoten, deren Verbreitung in urbanen Lebensräumen vergleichsweise stärker ist als die von Wölfen, deutlich stärker besiedelte Gebiete als Niederlassungsorte aussuchen als es andere Hundeartige tun. Während sich Kojoten sowohl in Kanada als auch in vielen Teilen der vereinigten Staaten bis in die Städte ausgebreitet haben, ist der Lebensraum von Wölfen noch immer stark auf naturnahe Gebiete beschränkt. In Chicago leben laut der Ohio State University derzeit circa 2000 Kojoten in Stadtnähe. Durch den Einbruch des natürlichen Lebensraum wandern auch vereinzelt Bären, Raubkatzen und andere Wildtiere, zum Beispiel Dachse in die Städte. Beobachtungen von Wölfen, die sich dauerhaft in Stadtnähe niedergelassen haben, gibt es jedoch bislang nicht. Man geht weitestgehend davon aus, dass sich ediglich Jungwölfe, unerfahrene oder hungerleidende, in Not geratene Tiere sich städtischen Gebieten annnähern. In Australien breiten sich etwa 19% der juvenilen Dingos in größere Städte aus – in Einzelfällen lassen sich erwachsene Tiere dort sogar bis zu 75% ihrer Zeit nieder, wie Untersuchungen von Allen et. al gezeigt haben. In Südaustralien leben ebenfalls eine hohe Anzahl Füchse bis zu 16 Tiere pro Quadratkilometer, viele davon in Victoria und Sydney.
Die Ansiedlung von Wildkaniden in Städten hat unterschiedliche Gründe, ist jedoch in den meisten Fällen auf eine Einschränkung des natürlichen Lebensraumes zurückzuführen. Während Kojoten durch die Ausbreitung in stadtnahe Gebiete eine ökologische Nische gefunden haben, um den oftmals tödlichen Konfrontationen mit Wölfen und anderen Raubtieren zu entgehen, haben sich Dingos aufgrund der starken Vermischung mit Haushunden in menschennahe Gegegenden ausgebreitet, da ihre Überlebenschancen in natürlichen Gebieten infolgedessen eingeschränkt sind. Wölfe hingegen sind deutlich seltener in urbanen Regionen anzutreffen, da ihr Lebensraum stabiler und weniger durch andere Raubtiere bedroht ist, während die Überlebenschancen in urbanen Gebieten bedeutend geringer als in natürlichen Regionen sind. Eine weitere Erklärung für das hohe Aufkommen von Füchsen verglichen mit anderen Tieren, insbesondere mit Wölfen, ist die Duldung der Population. Größere Hundeartige, allen voran der Wolf, werden häufiger als Bedrohung wahrgenommen als Füchse und infolgedessen stärker vergrämt und bejagt. Es liegt nahe, dass sich die Scheu des Wolfes durch die jahrhundertelange Bejagung durch den Menschen deutlich verstärkt hat, Wölfe jedoch vor der Domestikation in Menschennähe lebten und Anpassungstendenzen zeigten, wohingegen die Nähe zu Menschen zur heutigen Zeit häufig tödlich endet. Auch Kojoten und Dingos haben im Vergleich zu Füchsen eine deutlich geringere gesellschaftliche Akzeptanz und sind in Menschennähe weniger geduldet.

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Graphic by UW Urban Canid Project

Auch Fuchswelpen werden zunehmend in Städten geboren. Bauten unter Verandas, Schuppen oder Gartenhäusern sind in urbanen Gebieten nicht ungewöhnlich. Allein in Großbritannien werden von März bis April jedes Jahr circa 425,000 Fuchswelpen geboren, circa 6400 (15%) davon in städtischen Regionen. Bereits mit vier bis fünf Wochen verlassen Füchse ihre Höhle und erkunden die Umgebung, mit neun Wochen begeben sie sich gemeinsam mit ihren Eltern auf Nahrungssuche. Bereits in dieser Zeit beobachten sie das Verhalten ihrer Eltern und lernen, die Gefahren ihrer Umwelt einzuschätzen. Anders als in naturnahen Gebieten gehen die Jungfüchse häufig nicht auf die Jagd, sondern plündern menschliche Abfälle und betteln an Ständen um Nahrungsreste. Im Gegensatz zu Füchsen, die in abgelegenen, natürlichen Arealen leben, weisen Stadtfüchse meist ausgesprochen wenig Scheu Menschen gegenüber auf und flanieren auch tagsüber durch die Städte.

Trotz der Gewöhnung an den Menschen liegt die Lebensdauer von Füchsen in stark frequentierten Gebieten durchschnittlich lediglich bei 18 Monaten. Oft werden sie von Hunden getötet, sterben an Krankheiten oder werden überfahren, in naturnahen Gebieten lebende Füchse werden hingegen 2-4 Jahre alt. Nichtsdestotrotz gibt es einige Füchse, die auch in Städten deutlich älter werden und lernen, mit den Gefahren ihres Lebensraums umzugehen. Diese Erfahrungen geben sie später an ihren Nachwuchs weiter, der durch das Beobachten seiner Elterntiere lernt, sich später ebenfalls umsichtig in den dicht besiedelten Gebieten zu bewegen, Gefahren zu vermeiden und die Annehmlichkeiten des Lebens in Menschennähe – Unterschlüpfe unter Gartenhäusern, sichere Nahrung aus Mülltonnen und offenstehenden Häusern und mitunter wohlwollende Gesten seitens der Anwohner – zu genießen.
Jene erwachsenen Füchse, die bereits seit Generationen in städtischen Gebieten leben, geben die nötigen Überlebensstrategien auch an ihre Welpen weiter. Die Tiere, die sich in den Städten aufhalten, sind oftmals erstaunlich wenig gestresst. Untersuchungen an zahmen Füchsen haben gezeigt, dass die Tiere bereits nach gezielter Selektion über drei bis vier Generationen einen deutlich niedrigeren Cortisolspiegel im Kontakt zu Menschen aufweisen als die Tiere aus der Vergleichsgruppe wilder Füchse. Jene zahmen Tiere haben im Umgang mit Menschen erheblich weniger Stress und geben diese Entspanntheit auch an ihre Welpen weiter, sowohl durch epigentische Prozesse als auch durch bereits in frühen Stadien gezielter Selektion auftretende, vererbbare Veränderungen der HPA-Achse, die unter anderem für die Steuerung von Stresshormonen verantwortlich ist (Trut et. al, 2009).
Eine Anpassung an die Gegebenheiten ist jedoch nicht nur durch künstliche, sondern auch durch natürliche Selektion möglich. Es ist in Betracht zu ziehen, dass jene Füchse, die sich auf urbane Gebiete ausgebreitet haben, nicht nur eine erlernte Zahmheit den Menschen gegenüber durch Gewöhnung an diese (Habituation) zeigen, sondern jene auch durch erblich bedingte genetische Veränderungen erlangt haben.

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Fox cub near village by Christian Taiga

Füchse leben nicht nur in Städten, sondern auch immer häufiger in Privathaltung. Insbesondere in urbanen Gebieten gibt es mittlerweile zahlreiche Fuchsnothilfen, vor allem in England und den U.S.A., aber auch in Australien. Bei den dort lebenden Tieren handelt es sich häufig um in Städten geborene, verwundete Tiere, Tiere aus Pelzfarmen, aber auch um ausgesetzte oder beschlagnahmte Haustiere – manchmal jedoch finden sogar in der Wildnis geborene Füchse dort eine neue Zwischenstation, bis sie ausgewildert werden können oder ein dauerhaftes Zuhause in menschlicher Obhut finden.
Die Auswilderung von Füchsen gestaltet sich ausgesprochen schwierig – vor allem Tiere, die aufgrund einer Verletzung pflegebedürftig sind, die bereits in der Nähe von Menschen aufgewachsen sind oder die bereits sehr früh gefunden wurden, lassen sich häufig nicht mehr an ein Leben in der Natur gewöhnen. Die Anpassung an menschliche Gegebenheiten findet bei Füchsen oftmals deutlich schneller statt als bei anderen Wildtieren. Im Gegensatz zu Wölfen und Kojoten, aber auch zu anderen Hundeartigen, sind in der Wildnis aufgewachsene Füchse meist sehr zugänglich und fassen schnell Vertrauen zu menschlichen Bezugspersonen. Nothilfen, die sich Wölfen und Kojoten, die in der Natur geborenen wurden, annehmen, berichten häufig davon, dass jene Tiere meist jahrelang, zum Teil sogar bis an ihr Lebensende, scheu bleiben und ihre Angst vor fremden Menschen sowie unbekannten Situationen nicht verlieren.

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Tame foxes in need by Sydney Fox Rescue

In Haustierhaltung zeigen sich Füchse ebenfalls erstaunlich anpassungsfähig – die meisten Füchse, die in Privathaltung leben, stammen aus Pelzfarmen, Privatzüchtungen, die auf Pelzfarmverpaarungen zurückführen oder sind wild geborene Füchse, die nicht wieder ausgewildert werden konnten. Sogenannte domestizierte Füchse, die im Rahmen des „Silver Fox Projects“ gezüchtet worden sind, sind ausgesprochen selten. Es leben derzeit circa 30 Füchse, die direkt aus der Zucht in Novosibirsk stammen, in den Vereinigten Staaten von Amerika, einige andere leben in Europa, verteilt auf Deutschland, die Schweiz, die Niederlande, Großbritianen und Polen.
Neben den Füchsen von Dmitry Belyaev und Lyudmila Trut aus dem „Silver Fox Project“ in Novosibirsk, die im Gegensatz zu wilden Füchsen sowohl genetische als auch phänotypische Unterschiede, beispielsweise Veränderungen der Fellfarbe bis zu weißen Flecken, Scheckungen, Schlappohren und Ringelschwänzen zeigen, weisen auch Füchse aus Pelzfarmen selektionsbedingte Unterschiede auf. Ihr Fell ist durch die Selektion auf Pelzproduktion deutlich länger und dichter als das ihrer wild lebenden Verwandten, sie haben oftmals eine rundere Kopfform, rundliche Augen und weisen weiße Zeichnungen im Gesicht, an großen Teilen oder Rute oder am Rumpf auf. Füchse, die in Menschenhand aufgewachsen sind, zeigen meist starke Anzeichen von Habituation, es gibt einige bekannte Fälle, in denen sich Füchse, die in der Wildnis aufgewachsen sind und aufgrund eines Unfalls in menschliche Obhut aufgenommen wurden, erstaunlich schnell deutliche Zahmheit zeigten. Ähnlich wie bei Hunden oder Katzen beobachten die Halter dieser Tiere, dass jene aufgrund ihrer Neugier dazu neigen, negative Ereignisse weniger intensiv zu bewerten als andere Wildtiere und infolgedessen sowohl explorationsfreudiger als auch deutlich weniger neophob zu sein. Fälle, bei denen wild geborene Wölfe oder Kojoten derart an das Zusammenleben mit Menschen gewöhnt werden konnten, dass sie in der Lage waren, ohne übermäßige Ausschüttung von Stresshormonen im Haus zu leben oder an der Leine zu laufen, sind bislang kaum bekannt. Das Verhalten von Füchsen erinnert auch in dieser Hinsicht eher an das von wild geborenen Haushunden oder verwilderten Hauskatzen als an das anderer wildlebender Hundeartiger.

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Pet fox living in Russia by Anastasia Men

Die erstaunliche Anpassungsfähigkeit des Fuchses ermöglicht es ihm, sich in unterschiedliche Lebensräume integrieren zu können. Er ist nicht nur in der Lage, sich im dichten Unterholz einen sicheren, ungestörten Lebensmittelpunkt einzurichten, sondern kann auch in den Weiten der Großstädte seine Heimat finden und sich die menschlichen Annehmlichkeiten zunutze machen. Die schnelle Gewöhnung an ein Leben in menschlicher Obhut sowie die verglichen mit wilden Canis-Formen einfache Zahmwerdung des Fuchses sind bisher einzigartig. Die bereits nach wenigen Generationen präsente, vererbbare Offenheit lässt, ebenso wie die Ausbildung anderer Domesikationsmerkmale, zumindest vermuten, dass sich die verhaltensspezifischen Merkmale und die gute Habituationsfähigkeit wie auch die Neugier außerordentlich positiv auf die Zahmwerdung des Fuchses ausgewirkt haben.
Anders als in der Wildnis lebende Füchse zeigen freilebende Füchse in urbanen Regionen Verhaltensweisen, die für Wildtiere allgemein untypisch sind – es ist wahrscheinlich, dass sich Tendenz zur Assimilation, dazu, sich bei Tageslicht in besiedelten Gebieten zu bewegen und selbst Jungtiere in direkter Nähe menschlicher Lebensräume aufzuziehen, ausgesprochen positiv auf die Zähmung und die Domestikation des Fuchses ausgewirkt hat. Inwieweit bereits bei freilebenden Füchsen in urbanen Gebieten Veränderungen des sympathischen Nervensystem und der Nebennieren, die für eine verringerte Stress- und Angstreaktion im Kontakt zu Menschen sowie eine damit einhergehende Zahmwerdung verantwortlich sind, aufgetreten sind, ist derzeit leider nicht bekannt – es wäre jedoch eine interessante Untersuchung in Bezug auf die Domestikation wilder Hunde.
http://www.abc.net.au/news/2017-06-27/why-are-there-so-many-foxes-in-melbourne/8654868

http://www.abc.net.au/news/2016-08-09/sydney-urban-fox-numbers-reduced/7704634html

http://agriculture.vic.gov.au/agriculture/pests-diseases-and-weeds/pest-animals/invasive-animal-management/established-invasive-animals/integrated-fox-control-for-urban-and-semi-urban-areas

Animal evolution during domestication: the domesticated fox as a model – Trut et. al

http://unis.mcgill.ca/en/uw/mammals/coyotes_wolves.

https://www.sciencedaily.com/releases/2012/10/121005100909.htm

http://www.thefoxwebsite.net/populations/

Vorschaubild: Black Isle Nature Photography

2 Gedanken zu “Der Fuchs – ein Schlüssel zur Domestikation des Hundes?

  1. Wow wie spannend. Kennst du Zahlen wie es in Deutschland aussieht? In deinem Artikel ist ja jetzt überwiegend von GB, USA und Australien die Rede. Aber interessant wäre es natürlich auch zu wissen, wie es quasi vo unserer Haustüre aussieht.
    Danke mal wieder für diesen unglaublich guten Artikel.

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    • Laut dem Direktor des Leibniz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung, Heribert Hofer, variieren die Zahlen laut Schätzungen für Berlin zwischen einigen hundert bis zu 3000 Exemplaren, Messungen und wissenschaftliche Untersuchungen gab es wohl bisher nicht.

      Hier kannst du die Fuchskarte für Berlin sehen:

      Fuchskarte Berlin

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